Hand aufs Herz, hattest du in diesem Januar auch einen kurzen, schwachen Moment, in dem deine gesunden Vorsätze kurz gegen den Heisshunger gekämpft haben?

Für die Veganuary Kampagne von THE GREEN MOUNTAIN haben wir unter anderem ein Social Media Video erstellt. Dieses soll mittels Storytellings und appetitlich aussehenden Bildern Emotionen wecken und die Botschaft vermitteln, dass vegane Ernährung weit mehr ist als ein Experiment für den Januar. 

Gina hat gerade Feierabend und sitzt in Flims an der Bushaltestelle.

Es ist Januar, kalt, es dunkelt langsam ein und der Bus lässt auf sich warten. Neben ihr sitzt Moritz. Moritz ist ebenfalls auf dem Nachhauseweg. Er hat jedoch bereits für sein Abendessen vorgesorgt und geniesst genüsslich eine Dönerbox.

Der Bus ist immer noch nicht da. Gina hat Hunger. Der Anblick, wie Moritz seine Pommes isst, lässt Gina in Gedanken abschweifen. Jetzt in so richtig feine Wings reinbeissen, serviert mit goldgelben Pommes. Oder einen knackigen Salat, mit knusprigen Tenders? Das wär jetzt genau das Richtige. 

Zurück an der Bushaltestelle ist auch endlich der Bus angekommen und es geht ab nach hause um zu kochen.

Hast du das Video gesehen? Findest du den «KI-Shot»? Filmnerds erkennen ihn möglicherweise. Entweder rein optisch oder auch aufgrund dessen, dass so eine Aufnahme ohne KI extrem teuer in der Umsetzung gewesen wäre.

Gefunden? Es ist die Aufnahme, in der ein Pommes in Slow Motion durch die Luft fliegt.

Normalerweise sieht die Produktion eines solchen 2-Sekunden-Moments so aus: 

Man mietet sich einen Motion Control Roboter inkl. einer Person, welche diesen bedienen und programmieren kann. Ein solcher Roboter kann zum Beispiel so aussehen: https://www.mrmoco.com/motion-control/. Dieser wird dann nach Flims an die Bushaltestelle gebracht, programmiert und eingerichtet.

Vorne drauf kommt eine High Speed Kamera wie zum Beispiel diese: https://www.phantomhighspeed.com/. Und dazu braucht es dann noch sehr viel Licht, wirklich sehr, sehr viel Licht.

Ist das alles vor Ort und eingerichtet, läuft es so: Die Kamera wird gestartet, ein Pommes wird zum genau gleichen Zeitpunkt fallen gelassen, wie der Roboter mit der Kamera nach unten schnellt und fertig.

Ok, man hätte das alles statt an der Bushaltestelle in einem Studio vor dem Greenscreen aufnehmen können und später den passenden Hintergrund einfügen. Und ja, wir sind uns sicher, dass es auch noch andere, kreative Lösungen gäbe.
Aber feststeht: Die Kosten für eine solche Aufnahme, welche am Schluss insgesamt 2 Sekunden zu sehen ist, hätten sich für diese spezifische Produktion nicht rechtfertigen lassen. 

Wir standen also vor der Entscheidung, die Aufnahme wegzulassen oder diese mit KI zu generieren. 

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die KI mit dieser spezifischen Anforderung («lass ein Pommes in Slow Motion durch die Luft fliegen») umgeht, haben wir zuerst unterschiedliche Prompts ausprobiert. So konnten wir recht schnell feststellen, dass wir in die Aufnahme keine Menschen miteinbeziehen sollten. Denn nur schon eine Hand oder eine Gabel darzustellen, welche das Pommes fallen liess, setze die KI scheinbar unüberwindbaren Hindernissen aus.

Ebenfalls schwierig war es, den richtigen Blickwinkel auf die Bushaltestelle zu beschreiben. Und nur, weil es einmal stimmt, muss es nicht so sein, dass es bei der nächsten Generierung so bleibt – die Freuden der KI ;-).

Schliesslich haben wir eine echte Aufnahme an der Bushaltestelle erstellt. Diese konnten wir danach als Vorlage für die KI nutzen. Hand und Gabel haben wir einfach weggelassen und uns auf das «durch die Luft fliegen» der Pommes konzentriert. Sobald mit dem Prompt auch die Lichtverhältnisse stimmten, waren wir zufrieden mit der Aufnahme und haben damit dann weitergearbeitet. 

In Davinci Resolve mussten wir die Aufnahme dann dem restlichen Film angleichen. Denn Belichtung, Sättigung, Farbgebung, Kontrast und naja, eigentlich alles, passte noch nicht.

Zusätzlich haben wir noch Bewegungsunschärfe eingefügt. Einerseits, um etwas das KI-Gefühl wegzubekommen, andererseits, weil so das Gefühl vom "Fliegen" besser eingefangen wird. 

Dank KI-Videogenerierung konnten wir diesen appetitlichen Moment ohne logistischen Albtraum realisieren. Das Ergebnis ist aus unserer Sicht genauso "crunchy", aber wesentlich effizienter produziert.

Und wir finden, dass Ginas Blick, geschnitten, zur fliegenden Pommes echt cool aussieht ;-).